Norddeutsches Suzuki - Institut im CJD

Twinkle, Twinkle, Little Star

Suzuki! Klar, das ist ´ne japanische Automarke! – Suzuki, ich glaube, so heißt eine Figur aus der Oper „Madame Butterfly“. – Suzuki? Ist das nicht diese Methode, bei der Tausende von kleinen Kindern gleichzeitig Geige spielen?

Ein Begriff, drei verschiedene Meinungen, und alle drei haben Recht. Wenngleich die dritte Äußerung deutlich zu kurz greift, denn die Suzuki – Talenterziehungsmethode beschränkt sich keineswegs nur darauf, viele sehr junge Kinder gleichzeitig fiedeln zu lassen. Erst einmal müssen sie natürlich das Geigenspiel erlernen. Und das geschieht in der Suzuki - Methode auf die gleiche natürliche und selbstverständliche Weise, wie jedes Kind auch seine Muttersprache erlernt: durch Vorbild und Nachahmung, durch ständiges Wiederholen des Gelernten und durch stetige Erweiterung der eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten. Das sich die natürlichen Vorgänge beim Erlernen der Muttersprache problemlos auf den Instrumentalunterricht übertragen lassen, gilt als ebenso einfache wie geniale Erkenntnis, zu der Dr. Shinichi Suzuki durch genaue Beobachtung seiner Geigenschüler gelangte.

Frühkindlicher Instrumentalunterricht nach der Muttersprachenmethode

  • frühkindlicher Instrumentalunterricht

Jedes Kind lernt spielend leicht seine Muttersprache. Die Eltern üben geduldig mit ihm. Sie loben jeden kleinen Erfolg. Das Kleinkind lernt durch Vorsprechen, Nachsprechen und ständiges Wiederholen des Gelernten. Jedes neue Wort wird dem Wortschatz eingefügt, so daß er ständig wächst. Das erste „Mama“ wird jedem, der ins Haus kommt vorgeführt und wieder gibt es Lob. Erst lernen kleine Kinder Sprechen. Schreiben und Lesen kommen naturgemäß später.

Der japanische Geiger Dr. Shinichi Suzuki (1898– 1998) hat dieses Prinzip auf das Erlernen des Geigenspiels übertragen. Das Vorschulkind lernt über das Gehör durch Vorspielen und Nachahmen. Jedes neue Lied wird dem Liedschatz eingefügt, so daß er wie der Wortschatz ständig wächst. Alle Lieder und Stücke werden ständig wiederholt und klanglich verbessert. Für alles, was das Kind lernt, bekommt es Lob von seinem Lehrer und von den Eltern. Ein Elternteil ist im Unterricht immer dabei, um mit dem Kind zu Hause üben zu können.

Wie die Eltern sinnvoll mit dem Kind üben, lernen sie in einem vorhergehenden Elternkurs und im Unterricht ihres Kindes. Dazu müssen sie weder Noten kennen, noch selber gut ein Instrument spielen können. Die Anfänge des Geigenspiels werden im Elternkurs erlernt. Zu Beginn übt das Kleinkind wenige Minuten. Alles, was es spielen kann, wird ständig in der Gruppenstunde vorgeführt und dafür gibt es Applaus von allen. Bei der Muttersprachenmethode hat jedes Kind jeweils einmal in der Woche Einzelunterricht und Gruppenunterricht. So wie jedes Kind zu der ihm gemäßen Zeit sprechen lernt, hat es auch sein individuelles Tempo beim Erlernen eines Instrumentes. Das wird berücksichtigt.

Der wöchentliche Einzelunterricht geht auf die individuelle Entwicklung des Kindes ein. Die Lernschritte sind ganz klein und klar gegliedert. Das führt immer zu einem Erfolgserlebnis, wenn ein neuer Schritt geschafft ist. Das Kind kennt die Schritte durch das tägliche Hören der CD. Von Woche zu Woche weiß es, wenn es gut geübt hat, was es als nächstes lernen wird und freut sich darauf. Unser Unterrichtsmaterial ist die Suzuki-Violinschule (Revised Edition).

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Bogenspiele
Gruppenstunde

Im Gruppenunterricht wird anfangs viel gesungen, getanzt und spielerisch die Feinmotorik trainiert. Von Anfang an spielen dort die Kinder gemeinsam und mit wachsendem Fortschritt auch alleine den Eltern und anderen Kindern vor. Später geht es in den Gruppenstunden um musikalische Gestaltung, Geigen- und Bogentechnik, Zusammenspiel und Mehrstimmigkeit mit Noten. In Gruppenstunden nehmen die Kinder sich gegenseitig wahr und die Kleinen können sich an den Fortgeschrittenen orientieren, was die Motivation erhöht. Es gibt regelmäßig Konzerte, in denen die Kinder und Jugendlichen auftreten.

Ein Kind kann mit dieser Methode im Alter von 3 oder 4 Jahren mit dem Instrumentalunterrricht beginnen. Da es sich am Anfang nur kurz konzentrieren kann, findet im Unterricht kindgemäß ein schneller Wechsel zwischen Konzentration und Bewegung statt. Das Vorschulkind hat 20 Minuten Einzel- und 45 Minuten Gruppenunterricht in der Woche. Die Konzentrationsfähigkeit erhöht sich schnell und mit wachsendem Fortschritt und Repertoire wird die Unterrichtszeit angemessen erhöht. Tägliches Üben ist sinnvoll und wichtig und sollte in den normalen Tagesablauf der Familie integriert werden. Durch das Auswendigspielen trainiert das Kind das Gedächtnis. Mit wachsendem Repertoire erhöhen sich sowohl das Durchhaltevermögen als auch die Lern- und Leistungsfähigkeit. Soziale Kompetenz und Toleranz erlernen die Kinder in den Gruppenstunden. Es gibt in der modernen Hirnforschung Studien, die bestätigen, daß Instrumentalunterricht im Vorschulalter die Gehirnentwicklung positiv beeinflußt. Die vielen Konzerte und Vorspielmöglichkeiten stärken das Kind in seinem Selbstvertrauen. Sicherheit entsteht durch gute Vorbereitung.

Im Schulalter, wenn die Kinder schreiben und lesen lernen, wenn sie instrumental genügend Sicherheit, eine gute Geigen- und Bogenhaltung und einen schönen Klang haben, beginnen sie auch mit dem Noten lesen. Damit ist es möglich, in den Gruppenstunden mehrstimmig zu spielen. Je mehr die Schüler auf der Geige können, desto mehr stehen Fragen der musikalischen Gestaltung im Mittelpunkt. Auch die Weiterentwicklung der Geigen– und Bogentechnik bekommt einen anderen Stellenwert. Sowohl in den Einzel- als auch in den Gruppenstunden wird die Literatur aus der Suzuki Violinschule mit Zusatzliteratur ergänzt.Die regelmäßig stattfindenden Gruppen - Konzerte haben oft ein spezielles Thema. Alle Gruppen bereiten etwas vor und die Fortgeschrittenen unterstützen und begleiten die Anfänger. Es gibt natürlich auch Solo – Konzerte, bei denen die Kinder alleine spielen. Die Konzertvorbereitung ist immer ein kräftiger Motivationsschub. Alle geben ihr Bestes.Etwas Besonderes bei der Suzuki – Methode ist das gemeinsame Repertoire aller Suzuki – Kinder auf der ganzen Welt. Ein besonderes Highlight für Kinder und Eltern ist die Teilnahme an einem nationalen oder internationalen Suzuki-Workshop an einem anderen Ort, in einem anderen Land und mit Kindern und Lehrern aus anderen Ländern.Immer wieder hatte ich in den letzten Jahren Kinder aus dem Ausland, deren Väter für eine Zeitlang als  Gastprofessoren an der Braunschweiger Uni beschäftigt waren. Die Kinder hatten in ihrer Heimat mit der Suzuki-Methode begonnen, oder wollten hier mit ihr beginnen, um dann woanders nahtlos weiter Unterricht bekommen zu können. Unsere Suzuk-Klassen sind deshalb sehr international.Dr. Suzuki ging es auf breiter Basis um Charaktererziehung und ganz allgemein um die Entwicklung von Fähigkeiten und Talenten, die in jedem Kinde schlummern. Es war nicht sein vorrangiges Ziel, Berufsmusiker zu erziehen, auch wenn mit Hilfe dieser Methode viele sehr gute Musiker, Konzertmeister, Solisten, Professoren an Musikhochschulen und Dirigenten ausgebildet wurden.

Das Norddeutsche Suzuki-Institut arbeitet eng mit anderen Institutionen und den Konzertmeistern des Staatsorchesters zusammen. Fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler, die ein hohes Niveau erreicht haben, werden zur weiteren musikalischen und geigerischen Entwicklung weitergeleitet in eine studienvorbereitende Ausbildung. Diese wird individuell für jeden passend gesucht.

Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bietet ein Frühförder-Programm für hochbegabte Kinder (VIFF) ab 9 Jahren an. In Braunschweig findet es in der Städtischen Musikschule statt, mit der die Musische Akademie zusammenarbeitet.

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Suzuki-Klavierunterricht

Im Norddeutschen Suzuki-Institut unterrichtet Lance David Williams seit April 2008 Klavier nach der Suzuki-Methode. Er studierte und graduierte zu Lebzeiten von Dr. Shinichi Suzuki in Japan. Wie bei Violine und Violoncello gibt es ein Repertoire, das alle Suzuki-Klavierschüler auf der ganzen Welt spielen. Die Mitarbeit und Anwesenheit der Eltern ist auch beim Suzuki-Klavierunterricht für die Kinder wichtig. Einige Eltern lernen auch selber nach der Suzuki-Methode bei Mr. Williams Klavier. In Deutschland haben die Klavierkinder in der Regel einen Termin wöchentlich. Es wird gern gesehen, wenn die Familien bei dem Kind vorher und dem Kind im Anschluß zuhören oder ein 2. Mal in der Woche kommen, um von den anderen Kindern im Unterricht zu lernen.

Uns Lehrern am Norddeutschen Suzuki-Institut ist es wichtig, dass die Kinder Freude an der Musik haben und den Wunsch entwickeln, ständig voran zu kommen. Dadurch stellt sich eine positive Grundhaltung ein, die auf andere Lebens- und Leistungsgebiete unbewußt übertragen wird.

Almut Hesse

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Links

SuzukiMusik Deutschland e.V.
www.suzukimusik.de
www.europeansuzuki.org

 

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Informationen zum Suzuki-Institut im CJD

Olga Bereznitskaya
bereznitskaya@musische-akademie.de

Allgemeine Informationen:

Ilke Schrader
Telefon: 0531 123 121 0
schrader@cjd-braunschweig.de

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